Anreizregulierung

30.10.2014


Die Netzentgelte machen derzeit rund 20 Prozent beim Strom- und Gaspreis der Haushaltskunden aus. Um sie positiv zu gestalten, wurde die Anreizregulierung entwickelt. Mit diesem Instrument will die Bundesnetzagentur Anreize für eine kostengünstige und sichere Versorgung schaffen, indem Unternehmen, die besonders effizient sind, belohnt werden. Vor diesem Hintergrund trafen sich jetzt rund 250 Vertreter aus Wirtschaft und Verwaltung zu einem Workshop der Bonner Behörde, um Vorschläge zur weiteren Ausgestaltung der Anreizregulierung zu diskutieren.

Bei der Veranstaltung wurden generelle Vereinfachungen und vier komplexe neue Modelle präsentiert. Im Kern standen dabei Maßnahmen, um die Prozesse schlanker, schneller und gerechter zu machen. Als Beispiel wurden eine zeitnahe und fortlaufende Auflösung des Regulierungskontos, eine Pauschalisierung der Kapitalverzinsung und eine verbindliche Festlegung von Erlösobergrenzen bei Teil-Netzübergängen genannt.

Unter den vier vorgestellten Modellen stießen die Überlegungen zur Reform der Anreizregulierungsverordnung auf besonderes Interesse. Sie sehen unter anderem ein „Efficiency-Carry-Over“ vor, wonach ein positiver Effizienzgewinn nicht abgeschöpft, sondern zu 50 Prozent in die folgende Regulierungsperiode übertragen werden kann. Die anderen drei Modelle fanden insbesondere wegen hohem Verwaltungs- und Verfahrensaufwand wenig Zustimmung. Das weitere Procedere sieht vor, dass die Teilnehmer des Workshops jetzt der Bundesnetzagentur ein Feed-back zu den Vorschlägen zukommen lassen. Diese sollen geprüft, eventuell noch einmal bilateral diskutiert und anschließend bei der Erstellung des Berichtes berücksichtigt werden. Der Bericht selber geht Anfang des kommenden Jahres an das Wirtschaftsministerium; die Umsetzung in verbindliche rechtliche Regelungen hängt dann von den dortigen Gremien und dem politischen Willen ab.