Energiewende auf Französisch

23.06.2015


Ende Mai 2015 hat das französische Energiewendegesetz „Transition Énérgetique“ die Nationalversammlung zum zweiten Mal passiert. Damit kommt das Gesetz in den Senat, wo es bis Ende Juni diskutiert und verabschiedet wird, bevor die Nationalversammlung die Schlussabstimmung und endgültige Verabschiedung des Gesetzestextes noch vor der Sommerpause vornimmt.
Das französische Energiewendegesetzt beinhaltet ambitionierte Ziele, die vor allem eine deutliche Reduzierung von Treibhausgasemissionen, vom Verbrauch fossiler Brennstoffe oder dem Anteil an Kernenergie am Energiemix vorsehen. Gleichzeitig sollen 100.000 neue Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien in den kommenden drei Jahren geschaffen werden.

Bei dem Energiewendegesetz geht es um die Umsetzung von fünf Zielen:

  1. Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 40 % (1990 bis 2030) und um 75% bis 2050
  2. Reduzierung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe um 30 % (2012 bis 2030)
  3. Reduzierung des Anteils der Kernenergie am französischen Energiemix von heute 75 % auf 50 % bis 2025 und eine Begrenzung der Gesamtproduktion von Nuklearstrom auf 62,3 Gigawatt
  4. Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch auf 23% bis 2020 und auf 32 % bis 2030
  5. Reduzierung des Endenergieverbrauchs um 50 % (2012-2050)

Allerdings werden durch das Energiewendegesetz nur die Ziele und Rahmenbedingungen formuliert. Die konkreten Mechanismen zur Förderung der einzelnen Technologien sollen durch Dekrete festgelegt werden. So sind die Anhörungen zur geplanten Einführung der Direktvermarktung von erneuerbaren Energien wie Photovoltaik in der finalen Phase. Die Einführung der Direktvermarktung soll dann am 01.01.2016 erfolgen.