Energiewende Barometer 2015 der DIHK

30.09.2015

Die Energiewende ist für Unternehmen in Deutschland weiterhin eine Herausforderung, so das Fazit der diesjährigen Untersuchung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Grundlage der Ergebnisse sind die Antworten von 2.174 Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branchen-Zugehörigkeit aus ganz Deutschland. Insgesamt wird der Einfluss der Energiewende im Vergleich zu den Ergebnissen im vergangenen Jahr positiver bewertet, mit einem Barometerwert von -3,4 (2014: Faktor -12,8) auf einer Skala die von -100 (sehr negativ) bis +100 (sehr positiv) reicht.

Während 2014 noch 34 Prozent der befragten Unternehmen angaben, dass sich die Energiewende negativ oder sehr negativ auf sie auswirke, waren es 2015 nur 24 Prozent. Vor allem die Industrie steht der Energiewende eher skeptisch gegenüber. Insgesamt 44 Prozent der Industriebetriebe bewerteten die Energiewende und ihre Auswirkungen als negativ oder sehr negativ. Der Barometerwert von -20,6 liegt somit deutlich niedriger als der Wert in anderen Branchen, wie beispielsweise dem Handel, mit einem Wert von -5,5, dem Bau mit einem positiven Wert von +2,5 oder der Dienstleistungsbranche mit einem Barometerwert von +5,5. Insgesamt gaben 17 Prozent der Betriebe an, dass die Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit positiv zu bewerten seien. Ein leichtes Plus im Gegensatz zum Vorjahr (14 Prozent). Der Großteil der Unternehmen bewertet die Energiewende inzwischen als neutral.

Optimierung der Energiekosten

Die weitgehend neutrale Bewertung dürfte in diesem Jahr auch damit zusammenhängen, dass Preissprünge bei den Energiekosten ausblieben. So konnten 31 Prozent der befragten Unternehmen von den sinkenden Einfuhrpreisen für Öl und Erdgas und daraus resultierenden niedrigeren Energiepreisen profitieren, während 22 Prozent von Preiserhöhungen betroffen waren. Bei den Strompreisen sieht die Situation anders aus: auch wenn die EEG-Umlage in diesem Jahr leicht gesunken ist, meldeten 28 Prozent der befragten Unternehmen höhere Strompreise. Nur 17 Prozent der Betriebe gaben niedrigere Preise als im Vorjahr an.

Um ihre Energiekosten zu optimieren, setzen nur noch 9 Prozent der Unternehmen und somit weniger als im Vorjahr, auf einen Lieferantenwechsel oder Prüfung der Verträge (2014: 12 Prozent). Vielmehr planen sie oder setzen diese auch bereits um, Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz (77 Prozent), zur Optimierung ihrer Beschaffungsstrategie (50 Prozent), zur Absicherung gegen Versorgungsunterbrechungen (43 Prozent), zum Bezug erneuerbarer Energien (39 Prozent) sowie zum Aufbau einer (teilweisen) Eigenversorgung (37 Prozent).

Die gesamte Untersuchung steht auf der Seite der DIHK zum freien Download.