Energiewende: Smart Meter

18.02.2015

Wie können Angebot und Nachfrage von Strom gesteuert werden, wenn das Stromsystem zunehmend von volatilen und dezentralen Erzeugungssituationen geprägt ist?

Durch ein vernetztes, intelligentes Messsystem. „Smart Meter“ lautet das Stichwort. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat nun ein Papier veröffentlicht, dass sieben Eckpunkte für das „Verordnungspaket Intelligente Netze“ formuliert.

Kurz vor der europäischen Leitmesse E-world energy & water hat das BMWi das Dokument „Baustein für die Energiewende: 7 Eckpunkte für das "Verordnungspaket Intelligente Netze“ veröffentlicht. Darin werden verbindliche Vorgaben formuliert, wie in Zukunft intelligente Messsysteme eingesetzt werden sollen. Ziel ist es, verlässliche, rechtliche Rahmenbedingungen für Smart Meter zu schaffen, die auch Sicherheits- und Datenschutz-relevante Aspekte berücksichtigen. Zudem sollen die erneuerbaren Energien dadurch noch besser in das Netz- und Marktsystem integriert werden.

Vor allem die Einbindung von Kleinerzeugungsanlagen, Elektromobilen, Wärmepumpen oder Nachtspeicherheizungen in ein intelligentes Energienetz spielt eine wichtige Rolle. Dies passiert über Smart Meter Gateways, den Kommunikationseinheiten Intelligenter Messsysteme. Sie ermöglichen es den Netzbetreibern und den Direktvermarktern die Anlagen so steuern, dass der Systemsicherheit und einer optimalen Vermarktung des Stroms Rechnung getragen wird.

Das Verordnungspaket soll drei Bestandteile beinhalten. Eine Messsystemverordnung die technische Vorgaben zu Datenschutz, Datensicherheit und Interoperabilität enthält. Eine Datenkommunikationsverordnung, die regelt „wer welche Daten wie oft und von wem zu welchem Zweck“ bekommen soll oder darf. Und schließlich die „Rollout-Verordnung“, die den Einbau der Geräte und die Finanzierung beschreibt. Grundlage für das Verordnungspaket sind die folgenden sieben Eckpunkte:

  1.  
  • Sichere und effiziente Kommunikation im intelligenten Netz
  • Nachhaltige Modernisierung der Zählerinfrastruktur, aber „kein genereller Rollout“
  • Abschließende Regelung von Einbauverpflichtungen: Stufenweiser Ausbau intelligenter Messsysteme; intelligenter Zähler als Basisinfrastruktur
  • Variable Tarife unterstützen, Bilanzierungsverfahren kosteneffizienter machen, Anreize für eine Flexibilisierung auf Last- und Erzeugungsseite schaffen
  • Wettbewerb stärken, Liegenschaftsmodernisierung ermöglichen, Bündelangebote erleichtern, Kosten senken
  • Datenschutz und Datensicherheit
  • Breites Informationsangebot


Das 9-seitige Papier des BMWi kann über den folgenden Link aufgerufen werden (pdf-Datei):
„Baustein für die Energiewende: 7 Eckpunkte für das "Verordnungspaket Intelligente Netze“

Weitere Beiträge zum Thema Smart Meter in den natGAS News:

Smart Meter (10.09.2014)