Erdgasmobilität

02.10.2014


Bei der Suche nach alternativen Kraftstoffen zur Reduzierung der verkehrsbedingten CO2-Emissionen wird in der letzten Zeit immer öfter LNG genannt. Das bei minus 164 Grad Celsius verflüssigte Gas wird bereits in den USA verstärkt im Transportsektor eingesetzt, da es nicht nur den Treibhausgas- und Feinstaubausstoß reduziert, sondern auch aufgrund seines kompakten Volumens dem CNG, also dem komprimierten Erdgas, in Punkto LKW-Reichweite überlegen ist.

Gestärkt wird die Perspektive von LNG in Deutschland durch eine aktuelle Studie der dena, Deutsche Energieagentur. Demnach könnten bei einem LNG-Marktanteil von 4 Prozent und einer Beimischung von 20 Prozent Biomethan heute in der Bundesrepublik rund 240 000 Tonnen CO2 pro Jahr vermieden werden. Entsprechende Fahrzeuge sind im Markt verfügbar. Die meisten LKW-Produzenten haben LNG und CNG-Modelle im Angebot, die die seit Anfang dieses Jahres geltende strenge Euro-VI-Norm erfüllen. Allerdings fehlt es in Deutschland beim LNG noch an der notwendigen Tankstelleninfrastruktur.

In diesem Zusammenhang weist die dena darauf hin, dass die Industrie nicht in Betankungsanlagen und Fahrzeuge investieren werde, solange die Politik keine klaren Rahmenbedingungen vorgibt. Besonders im Fokus steht dabei die Steuerermäßigung von Erdgas, das als Kraftstoff eingesetzt wird. Im Koalitionsvertrag haben sich zwar die Regierungsparteien auch darauf geeinigt, die Regelung über das Jahr 2018 hinaus fortzuschreiben, doch berichtet die Fachzeitschrift „Energie & Management“, dass in jüngster Zeit Verlautbarungen zu lesen seien, die eine Verlängerung der Steuerermäßigung für Erdgasfahrzeuge infrage stellten. In der Folge sei bereits eine erste Zurückhaltung bei den Investitionen zu erkennen.