Kraftwerke

15.04.2014



Konventionelle Kraftwerke stehen derzeit ganz besonders im Fokus.

Auf der einen Seite werden sie gebraucht, um die Grundversorgung sicherzustellen, einen Ausgleich bei Windflaute und bewölktem Himmel zu schaffen und heruntergefahrene Kernkraftwerke zu ersetzen. Auf der anderen Seite rechnen sie sich derzeit aufgrund niedriger Preise an den Strombörsen nicht, die wiederum maßgeblich vom Angebot an Wind- und Solarstrom beeinflusst werden.

In diesem Zusammenhang berichtete der BDEW, Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, vor kurzem, dass von den Investoren inzwischen 43 Prozent aller geplanten Kraftwerksneubauten in Frage gestellt seien. Konkret betreffe dies 32 der 74 bis zum Jahr 2020 geplanten Anlagen, die zusammen über eine installierte Leistung von rund 38 Gigawatt verfügen würden.

Nach heutigem Kenntnisstand, heißt es weiter, müsse davon ausgegangen werden, dass die gesicherte Leistung infolge der vorhanden Unsicherheiten bis zum Abschalten der letzten Kernkraftwerke im Jahr 2022 um 13,6 Gigawatt zurückgehen werde, wenn sich die politischen Rahmenbedingungen nicht ändern würden. Zur besseren Einordnung: Derzeit beträgt die Kapazität aller in Deutschland installierten Stromerzeugungsanlagen etwas über 180 Gigawatt. Um die Nachfrage nach Strom zu decken, reicht eine Kapazität zwischen 40 und 80 Gigawatt aus. Die „vermeintlichen Überkapazitäten“ erklären sich aus notwendigen Reservekapazitäten für Wartungsarbeiten und nur schwankend zur Verfügung stehenden Stromeinspeisungen aus Sonnen- und Windenergie. Um die Investitionen in konventionelle Kraftwerke anzuregen, spricht sich die Branche überwiegend für einen Kapazitätsmarkt – die Vergütung von aufrecht erhaltener Erzeugungskapazität – aus. Die Politik sieht dagegen keinen dringenden Handlungsbedarf und glaubt, mit vereinzelten „künstlich“ am Netz gehalten Anlagen die Versorgungssicherheit gewährleisten zu können.