Kraftwerksliste

26.08.2014



Dass konventionelle Kraftwerke aufgrund des Ausbaus der regenerativen Energien nicht immer wirtschaftlich zu betreiben sind, wird an der steigenden Zahl von Stilllegungsanträgen deutlich. Jetzt hat die Bundesnetzagentur eine neue Kraftwerksliste vorgelegt, die Kraftwerke mit einer Leistung von mehr als zehn Megawatt umfasst. Demnach befinden sich derzeit Erzeugungskapazitäten in Höhe von rund 6,5 Gigawatt im Bau und sollen bis 2016 fertiggestellt werden.

Auf der anderen Seite ist laut der Liste geplant, bis 2018 gut elf Gigawatt Leistung vom Netz zu nehmen. Sollten diese Zahlen nicht korrigiert werden, würde sich bundesweit zum 31. Dezember 2018 ein negativer Saldo von knapp fünf Gigawatt (genau: 4.692 MW) ergeben.

Noch drastischer fällt die Bilanz für Süddeutschland aus, wo sich der Ausstieg aus der Kernenergie besonders bemerkbar macht. Hier wird ein negativer Saldo von 5.717 Megawatt erwartet. Kompensiert werden sollen die Rückgänge vor allem durch Strom aus norddeutschen Windkraftanlagen.

Zur besseren Einordnung der genannten Zahlen: Derzeit gibt es in Deutschland eine Stromerzeugungskapazität von 184 Gigawatt, wovon 81 Gigawatt auf die Erneuerbaren Energien entfallen. Zur Deckung des täglichen Stromverbrauchs wird dagegen nur eine Leistung zwischen 40 und 80 Gigawatt benötigt. Die Überkapazitäten erklären sich vor allem durch die Erneuerbaren Energien. Da sie nicht permanent und im vollen Umfang zur Verfügung stehen, müssen ausreichend konventionelle Kraftwerke für die Zeit vorgehalten werden, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht - also inklusive Sicherheitsreserve für Wartungs- und Reparaturabreiten etwa zwischen 90 und 100 Gigawatt.