Leistungsmarkt

03.07.2014



Die wirtschaftliche Situation in der Stromerzeugung ist angespannt. Angesichts niedriger Preise am Strommarkt und weiter zurückgehender Einsatzzeiten für Kraftwerke kommen immer mehr Bestandsanlagen in wirtschaftliche Schieflagen, aktuelle Neubauvorhaben werden auf Eis gelegt, und Anreize für neue Projekte fehlen.

Die Folge: Mögliche Beeinträchtigungen der Versorgungssicherheit.

Eine von mehreren Stimmen, die hier deutliche Kritik übt, ist der VKU, der Verband kommunaler Unternehmen. Als Lösungsansatz votiert er für ein neues Strommarktdesign, bei dem neben dem bisherigen Markt für die tatsächlich gelieferten Energiemengen ein zweiter Markt für vorgehaltene Leistung aufgebaut wird.

Dieser sogenannte Leistungsmarkt ist insbesondere für die Zeiten erforderlich, in denen Sonnen- und Windanlagen keinen Strom erzeugen. Bei seinen Aussagen stützt sich der Verband auf ein Gutachten der Beratungsfirma Enervis Energy Advisors, das die Kostenentwicklung unter die Lupe genommen hat. Demnach würden die Aufwendungen für die Kunden zunächst zwar steigen, später aber durch geringere Systemkosten in der Stromerzeugung bis 2034 um etwa 24 bis 27 Milliarden Euro abnehmen. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden bedeute das unterm Strich eine Nettoentlastung von 8 bis12 Euro im Jahr.