Leitstudie Strommarkt 2015: Flexibilität statt Kapazitätsmechanismen

07.05.2015


Das BMWi hat am Montag, den 4. Mai 2015, die „Leitstudie Strommarkt 2015“ vorgestellt. Die Autoren kommen darin zum Ergebnis, dass der beste Weg zu einer verbesserten Integration der erneuerbaren Energien und zukünftigen Versorgungssicherheit, die Weiterentwicklung des aktuellen Strommarktdesigns ist. Das könne vor allem dadurch erreicht werden, indem man den Strommarkt zunehmend flexibel gestaltet. Dadurch könne der bereits laufende Transformationsprozess vorangetrieben und ein „kostengünstiges, sicheres und umweltgerechtes Versorgungssystem“ gewährleistet werden. Schon heute würden die bestehenden technischen Flexibilitätsoptionen den Flexibilitätsbedarf übersteigen. Deshalb, so die Experten, müsse das Markt- und Regulierungsdesign so weiterentwickelt werden, dass alle Flexibilitätsoptionen am Markt teilnehmen können.

Wichtige Maßnahmen seien eine effizientere und verursacherorientierte Weiterentwicklung der Ausgleichsenergiemechanismen. Dadurch könnten Anreize für die Marktteilnehmer geschaffen werden, Ihre Last- und Erzeugungsprognosen zu verbessern. Im Bereich der Regelleistungsmärkte fordern die Autoren der Leitstudie, die Ausschreibungsperioden und Produktlaufzeiten zu verkürzen. Diese orientierten sich noch zu sehr an thermischen Kraftwerken. Eine Verkürzung könne jedoch dazu führen, dass auch die Koordination zwischen Spot- und Regelleistungsmärkte vereinfacht werde. Schließlich kommen die Autoren auf die notwendige Anpassung der Netzentgeltsystematik zu sprechen, mit dem Ziel, dass sich das Verbrauchsverhalten stärker an den Strompreissignalen orientiert.

Die „Leitstudie Strommarkt 2015“ kann über die Online-Präsenz des BMWi heruntergeladen werden.