Stadtwerke sehen Nachholbedarf bei Energiewende

19.11.2014


Der Ausbau der Erneuerbaren Energien führt dazu, dass kleine, dezentrale Erzeugungsstrukturen zunehmend wichtiger werden. Das beeinflusst die Energieverteilung und hat Folgen für das Geschäft der Stadtwerke. In der vom Kompetenzzentrum Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge an der Universität Leipzig in Kooperation mit der Commerzbank AG und den Stadtwerken Leipzig GmbH in Auftrag gegebenen Studie, wird diese Entwicklung kritisch gesehen. Denn auf Grund von Einspeisevorrang und Einspeisevergütungen können moderne, effiziente Kraftwerke nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden. Wichtiger noch: dadurch, dass es bei der bisherigen Förderung der Erneuerbaren Energien zu keiner bedarfsgerechten Erzeugung kommt, sehen die Stadtwerke die Netzstabilität und Versorgungssicherheit gefährdet.

Weitere Kritikpunkte sind fehlende Speichertechnologien, die mangelnde Anpassung der Verteilernetze an die dezentrale Erzeugung oder die nicht bedarfsgerechte Stromerzeugung durch konventionelle Kraftwerke. Dadurch würden Stromtrassen überlastet und die Preise gedrückt werden.


Forderungen

Die Energiewende könne nur dann gelingen, so die Mehrheit der Befragten, wenn unter anderem das Vorhalten von garantierten Kapazitäten entlohnt und Strom aus erneuerbaren Energien vollkommen in den Markt integriert werden würden. Investitionen in einen intelligenten Netzausbau seien hierfür notwendig. Dabei sei es wichtig, auch Speicherlösungen in die Netze und Märkte zu integrieren. Eine weitere Forderung sei der Wandel des Strommarkts weg vom Mengenmarkt hin zu einem Kapazitätsmarkt, bei dem vor allem flexibel steuerbaren Gaskraftwerken eine besondere Rolle zukäme. Zudem müsse der CO2-Zertifikatehandel wiederbelebt werden, um eine klimafreundliche Grundlastbereitstellung zu ermöglichen.