Südleitung

18.02.2014



Zum Gelingen der Energiewende ist ein Ausbau des Stromnetzes unumgänglich.

Notwendig ist vor allem eine Verbindung vom Norden Deutschlands zu den Verbrauchszentren im Süden. Gerade dort sind derzeit noch mehrere Kernkraftwerke in Betrieb, die in den nächsten Jahren im Rahmen des Atomausstiegs vom Netz gehen. Der Strom soll dann zum großen Teil von Windrädern im Norden Deutschlands produziert werden und über eine 800 Kilometer lange Transportleitung in die industriellen Ballungsgebiete Bayerns und Baden-Württembergs fließen. Vorgesehen ist, dass auf diesem Weg bis 2022 rund 30 Prozent des Strombedarfs der Südländer gedeckt wird.

Anfang Februar stellten die Netzbetreiber einen Vorschlag für einen möglichen Korridor für den ersten Abschnitt von Wilster in Schleswig-Holstein nach Grafenrheinfeld vor. Bei der Ausarbeitung wurden vorhandene Daten zu Pflanzen und Tierwelt, zu Siedlungen, Infrastruktur, Boden und Wasser berücksichtigt. Allerdings steht der Trassenkorridor nicht definitiv fest, da noch das Feedback der Bürger und Gemeinden zu berücksichtigen ist.

Obwohl alle Experten an der Notwendigkeit des Projektes keinen Zweifel haben, haben sich schon jetzt viele Kommunen und Interessenverbände zu Wort gemeldet und ihre Bedenken geäußert. Es ist davon auszugehen, dass es erhebliche Probleme und rechtliche Verzögerungen bei der Umsetzung geben wird. Gefragt ist vor allem die Politik, um die betroffenen Bürger im Sinne eines übergeordneten Allgemeinwohls für die Energiewende zu gewinnen. Wie zu hören ist, soll der Antrag für den ersten Leitungsabschnitt von Wilster nach Grafenrheinfeld frühestens im April dieses Jahres im Rahmen der Bundesfachplanung gestellt werden. Die Planungen für das zweite Vorhaben von Brunsbüttel nach Großgartach könnten zeitnah folgen.