Wärmemarkt

07.05.2014



Bei der Energiewende spielt der Wärmemarkt eine wichtige Rolle.

Rund 39 Prozent des deutschen Primärenergieverbrauchs werden im Gebäudebereich zur Erzeugung von Raumwärme und Warmwasser eingesetzt. Doch ob das angestrebte Ziel einer 80-prozentigen Kohlendioxidreduktion bis 2050 – im Vergleich zum Referenzjahr 1990 – erreicht werden kann, scheint fraglich.

Eine unlängst von der Initiative Zukunft Erdgas vorgestellte Studie kommt zu dem Schluss, dass bezogen auf dem gesamten Gebäudebestand bis zur Mitte des Jahrhunderts nur 62 Prozent CO2 eingespart werden können. Der Hauptgrund dafür liegt nach Ansicht der Autoren in begrenzten finanziellen Mitteln für die notwendigen Modernisierungen und in fehlenden Fördermaßnahmen. Insgesamt gibt es rund 15 Millionen Gebäudeeinheiten mit veralteten Heizungsanlagen und unzureichender Dämmung, die zusammen über 80 Prozent des Bestands ausmachen.
Im Detail hat die Studie von Zukunft Erdgas drei verschiedene Eigentümergruppen untersucht: mit geringem, mittleren und höherem Einkommen. Bezogen auf die Geringverdiener geht die Studie davon aus, dass die Hauseigentümer bis 2050 vorrangig Ersatzinvestitionen für alte oder defekte Anlagen vornehmen. Bauliche Optimierungen und weitergehende technologische Lösungen spielen nur eine untergeordnete Rolle. Eckdaten, die in der Summe dazu führen, dass lediglich 42 Prozent CO2 eingespart werden. Die zweite Einkommensgruppe mit einem deutlich höheren Budget wird laut der Studie neben neuen Erdgas-Brennwerttechnologien und der Solarthermie auch auf eine bauliche Optimierung der Gebäudehülle und die Nutzung von Bio-Erdgas setzen und so rund 63 Prozent CO2 einsparen. Die Besserverdienenden setzen verstärkt auf innovative Technologien wie die Brennstoffzelle in Kombination mit Brennwertkesseln oder die Wärmepumpe.
Außerdem werden Gebäudedämmungen im größeren Umfang vorgenommen. In der Folge kann dieser Teil der Hauseigentümer mit einer CO2-Reduktionsrate von 82 Prozent als einziger die politischen Zielvorgaben erfüllen. Addiert und gewichtet kommen die Werte für die drei Bereiche zusammen auf eine CO2-Minderung von 62 Prozent.

Vor diesem Hintergrund fordert die Initiative eine technologieoffene Förderung mit Augenmaß und eine öffentliche Anschubfinanzierung für Eigentümer mit geringem Einkommen. So ließen sich durch Umstellungen auf Erdgasanlagen und eine Kombination mit der Solarthermie die höheren CO2-Ziele noch erreichen, heißt es.